Fragen und Meinung zu Auktionen

Um einem in vielen Telefonaten festgestellten Irrglauben im Vorfeld vorzubeugen, möchte ich hier ein paar Worte zu unserem Auktionshaus und zur erfolgreichen Auktion vorbringen.

Wir sind ein Team von Auktionatoren und keine Trödler, Pfandleiher, Abfallentsorger oder Altwarenhändler. Augenscheinlich werden wir aber oft für so etwas gehalten.

Das äußert sich dann immer in der telefonischen Anfrage „Kaufen Sie das alles auf“.  Oder: „Garantieren Sie eine besenreine Übergabe des Gebäudes nach der Auktion.“ In einem solchen Fall werden wir folglich mit einer Reinigungsfirma verwechselt.  Alles ist zwar gerne verhandelbar, aber es trifft nicht den Kernpunkt eines Auktionshauses.

Die vornehmliche Aufgabe eines guten Auktionators ist die möglich am Maximum des Erlöses liegende Vermarktung von Immobilen oder Mobilien. 

Und hier liegt die Aufspaltung in den Bereichen der Auktionshäuser.  Sicherlich gibt es Kollegen, die innerhalb von 14 Tagen eine Auktion einberufen und versteigern können. Und das auch noch ganz billig. Ob aber bei solchen Hauruckverfahren auch nur  annähernd ein Maximum an möglichem Erlös zu erzielen ist, wage ich zu bezweifeln.

Um zum Beispiel das Maximum an einer Maschinenfabrik zu erlösen, muss als erstes die mögliche Käufergruppe innerhalb von Europa über die bevorstehende Auktion informiert werden. Es müssen die Maschinen katalogisiert werden, Bilder in verschiedenen Ansichten erstellt werden, Fotos nachbearbeitet und in eine Homepage gestellt werden. Die Auktion muss über alle möglichen Infokanäle, Internet, Mails und Zielgruppenmarketing bekannt gemacht werden.  Die Auktion muss angemeldet werden und die Möglichkeit eines schriftlichen Vorgebotes leicht und einfach eingeräumt werden. In der Regel besteht die Vorbereitung bei einem kleinen aufzulösenden Betrieb aus ca. 100 Mannstunden.  Da bedeutet, dass ein Team von 2 bis 4 Mitarbeitern, 3 bis 5 Tage im Vorlauf vollzeitbeschäftigt ist.  Es fallen im Vorlauf alleine schon Kosten von ca. 1000.- bis 10000.- € für Löhne, Gebühren, Anzeigen und Inserate an.  Und hat man alles getan, dann hat man täglich mit duzenden von Anfragen aus dem Inn- und Ausland zu tun und verbringt den Tag mit Telefonieren.  Aber nur so kann man auch sicher sein, dass auch Personengruppen mit dem entsprechenden Interesse zur Auktion erscheinen. Das Ergebnis ist dann, der maximale Erlös der zum Zeitpunkt und zu der momentanen Marktsituation zu erzielen ist.

Nun müssen wir sehr oft von Interessenten hören, dass diese Leistung vom Auktionshaus um die Ecke ebenfalls angeboten wird. Nur um 2% bis 4% billiger und innerhalb von 14 Tagen. Und eine Vorbereitung braucht der Kollege auch nicht. Wenn das so ist, sollten Sie zugreifen.

Um eine Auktion erfolgreich durchzuführen benötigen wir mindestens 30 Tage. Besser und optimal sind 6 Wochen.

Nun kommt sehr häufig die Frage, ob wir schon „dies“ oder „das“ versteigert haben. Wir können den Gedanken nicht nachvollziehen. Muss den der Fotograf, der ein Brot fotografiert, auch ein Bäckermeister sein? Ein Auktionator muss Spezialist in Zielgruppenmarketing, EDV und Internet sein. Wichtig ist es doch, Zielgruppen zu mobilisieren, und nicht, ob wir spezielle Kenntnisse über „Traktoren, Rührmaschinen und Fassadengerüste“ haben. Aber Sie können beruhigt sein. Wir kennen viel und haben auch schon viel gesehen.

Gute Beispiele gibt es im Bereich von aufzulösenden Sonnenstudios. Eine halbherzige oberflächliche Auktion in diesem Bereich bringt nicht viel ein. Der Auktionator kennt Fälle, bei welchen Sonnenstudios gerade einmal € 10000.- erbracht hatten. Wir hätten daraus leicht € 50000.- bis €80000.- erwirtschaftet.  Aber dafür wollte das ausführende Auktionshaus auch 2% weniger Courtage als wir. Da hat der Auftraggeber ja nun auch richtig eingespart.

Auktionsort:

Wir nehmen immer nur einen Mandanten für die direkte Verarbeitung an. Und diesen arbeiten wir zielgerichtet und mit voller Energie ab.  Daher ist es uns gleich, wo sich das zu versteigernde  Projekt  in Deutschland befindet. 80% der Arbeit findet bei uns im Büro beim Marketing und Vorbereitungen statt. Die Auktion dann am Objekt. Wir benötigen keine Luxus- oder Nobelhotels. Ihnen entstehen keinerlei Mehrkosten. Egal ob sich das Objekt in Nürnberg oder in Hamburg befindet. Wenn Sie uns beauftragen, sind wir dort, wo es nötig ist.

Beratung:

Mit vielen Interessenten telefonieren wir oft stundenlang. Es gibt auch wirklich meist wirklich viel zu besprechen. Grundsätzlich haben wir auch an jedem möglichen Mandanten Interesse. Nun kommt immer häufiger folgende Konstellation zum Vorschein:

Eine Mitarbeiterin eines Unternehmens ruft uns an, um sich über eventuelle Auktionen kundig zu machen. Diese gibt Ihr Ergebnis an die nächst ranghöhere Mitarbeiterin weiter. Diese ruft dann nochmals an und unterhält sich über dasselbe Thema nochmals 1 Stunde.

Und nun kommt die Anforderung: Kommen Sie doch einmal vorbei und schauen Sie sich das alles einmal persönlich an. „Wenn wir dann klar kommen mache ich dann einen Termin mit unserem Chef.“

Das machen wir selbstverständlich gerne. Wenn unsere Arbeitszeit auch bezahlt wird.  Dann besprechen wir gerne alles mit dem Hausmeister, dann mit der Sekretärin und warten dann gerne 2 Stunden auf den Chef und besprechen dann gerne nochmals alles mit diesem.

Und bitte nicht schmunzeln. Alleine im Jahr 2009 hatten wir schon 7 solcher Anfragen unter ähnlichen Konstellationen. Daher ist es nötig,  vor dem Ortstermin eine Schutzgebühr zu erheben. Für Ortstermine die nicht vom tatsächlichen und zeichnungsberechtigten Auftraggeber beantragt werden, erheben wir eine Gebühr von € 500.- zzgl. 19% Mwst.  = € 595.-. Diese wird immer fällig und in Rechnung gestellt, wenn der zum Ortstermin ladende nicht der Auftraggeber und Zeichnungsberechtigte oder wenn der Auftraggeber und Zeichnungsberechtigte nicht zum vereinbarten Ortstermin erscheint und eine Vertretung dafür beauftragt. Bei einem erteilten Auftrag wird dieser Betrag anteilig wieder gutgeschrieben. Ausnahme gilt nur für Rechtsanwälte und Notare.

Nun haben wir viel aufgeführt.

Denken Sie bei der Nutzung eines Auktionators immer daran: Der Auktionator ist nicht Ihr Gegner, sondern er sollte Ihr Partner sein. Stimmt die Partnerschaft, so wird jeder der beteiligten Parteien zufrieden sein.